WOHNEN

Wohnen ist ein zentrales Grundbedürfnis. Es steht für Sicherheit und ist ein wichtiger Rückzugsort. Einen großen Teil unseres Lebens verbringen wir in unserem Zuhause. Eine Wohnung ist eine wichtige Voraussetzung für die Teilhabe an der Gesellschaft. Eine Meldeadresse ist unabdingbar  für die Arbeitssuche, aber auch für die Wahrung rechtlicher Ansprüche oder die Eröffnung eines Kontos.

Die Versorgung der Bevölkerung mit ausreichend leistbarem Wohnraum zählt zu den wichtigsten wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Herausforderungen. Doch leistbarer Wohnraum wird zunehmend zur Mangelware, insbesondere für Familien mit niedrigem Einkommen (Alleinerzieher*innen, Mehrkindfamilien, junge Menschen, Klient*innen der Wohnungslosenhilfe).

Hauptursachen für stark gestiegene Wohnungsmieten:

  • Mangel an günstigen Mietwohnungen 
  • Mangel an geförderten Wohnungen
  • das Fehlen von Mietobergrenzen
  • Leerstand


Für Familien in mittleren und niedrigen Einkommenssegmenten sind die Kosten einer neu errichteten Wohnung eine nur schwer oder oft gar nicht leistbare finanzielle Belastung.

Nach Berechnungen der Statistik Austria ist Salzburg das Bundesland mit den höchsten Mietkosten.

Insbesondere armutsgefährdete Haushalte müssen einen überproportionalen Anteil ihres Haushaltseinkommens fürs Wohnen aufwenden. Österreichweilt gilt: Schon für 31% aller Menschen mit einem Einkommen unter der Armutsgefährdungsschwelle stellen die Wohnkosten eine hohe Belastung dar, weitere 49% fühlen sich durch die Wohnkosten belastet. 40% der Einkommensschwachen geben mehr als 40% ihres verfügbaren Einkommens fürs Wohnen aus. 

208.000 Menschen in Österreich können ihre Wohnung nicht angemessen heizen. Die Folgen von Wohnungs- und Energiearmut sind für die Betroffenen vielfältig. Kälte und der Feuchtigkeit können zu dauerhaften gesundheitlichen Schädigungen führen. Wohnungs- und Energiearmut schlägt sich auch auf die Psyche nieder. Das Leben in Substandardwohnungen kann zu Angstzuständen und sozialer Isolation führen. Für Kinder heißt ein beengter Wohnraum darüber hinaus, keinen geeigneten Raum für Hausübungen oder zum Lernen zu haben.

Quelle:

FORUM WOHNUNGSLOSENHILFE

Das Forum Wohnungslosenhilfe ist ein Zusammenschluss von Einrichtungen, die sich mit dem Thema Wohnbedarf und Wohnungslosigkeit in Salzburg beschäftigen. Das Forum stellt sich in beratender Funktion für Politik und Verwaltung zur Verfügung. Die Salzburger Armutskonferenz ist Teil des Forum Wohnungslosenhilfe.

Seit 2012 führt das Forum Wohnungslosenhilfe jährlich eine Wohnbedarfserhebung durch. Erhoben wird, für wie viele Personen in Salzburg der Wohnbedarf nicht gedeckt werden kann. Seit 2016 wird nicht nur der Wohnbedarf in der Stadt Salzburg, sondern auch in den Bezirken erhoben.

2018 wurden im Bundesland Salzburg 1539 Menschen in Wohnungsnot erfasst. Das entspricht einem Rückgang der Nennungen im Vergleich zum Vorjahr um ca. 13%. Dieser ist vor allem auf eine methodische Änderung im Vergleich zum Vorjahr zurückzuführen. Bereinigt man die Daten, ist dennoch ein leichter Rückgang um ca. 6% festzustellen