SELBER SCHULD?

STIMMEN ÜBER ARMUT, SCHAM UND PERSPEKTIVEN

In der ersten Ausgabe von GemeinsamWirken – Im Gespräch für soziale Gerechtigkeit, einem Format der Salzburger Armutskonferenz, steht die Frage im Mittelpunkt: Was passiert, wenn Armut als persönliches Versagen erklärt wird?

Ausgehend von der 15. Österreichischen Armutskonferenz mit dem Titel „Selber schuld!“ nimmt die Sendung verbreitete Schuldzuschreibungen kritisch in den Blick. Die Interviews wurden im Rahmen der Tagung geführt und verbinden persönliche Erfahrungen mit fachlichen Perspektiven. So wird sichtbar, wie tief das Bild verankert ist, dass Erfolg allein vom individuellen Einsatz abhängt – und wie stark dieses Narrativ von der Lebensrealität vieler Menschen abweicht.

Zu hören sind eindrückliche Stimmen von Menschen mit Armutserfahrung – darunter Stelio, Ralf und Johannes –, die über Unsichtbarkeit, Scham und strukturelle Hürden sprechen. Sie machen deutlich, wie Vorurteile im Alltag wirken – etwa im Kontakt mit Behörden oder im sozialen Umfeld – und wie wichtig Unterstützung, Begleitung und Verständnis sind.

Ergänzt werden diese Perspektiven durch ein Interview mit der Historikerin Nina Verheyen, die zeigt: Leistung ist kein objektiver Maßstab, sondern gesellschaftlich geprägt und verhandelbar. Ihre Einschätzung eröffnet neue Blickwinkel auf Gerechtigkeit, Anerkennung und soziale Teilhabe.
Zwischen persönlichen Geschichten, künstlerischen Beiträgen und Musik entsteht ein vielschichtiges Bild unserer Gesellschaft – und die zentrale Frage bleibt: Wie können wir den Blick verändern und mehr Solidarität ermöglichen?
Die Sendung lädt dazu ein, zuzuhören, hinter Zuschreibungen zu schauen und darüber nachzudenken, wie ein gerechteres Miteinander gelingen kann.

Die Sendung kann bei der Radiofabrik Salzburg anzuhören.

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