Armut

  • Armut ist ein relativer Mangel an Verwirklichungschancen, Armut verringert bzw. behindert gesellschaftliche Teilhabe.
  • Armut bedeutet die strukturelle Ausgrenzung aus zentralen gesellschaftlichen Bereichen wie Arbeitsmarkt, Bildung, Gesundheit, Wohnen, soziale Beziehungen, Kultur etc.
  • Armut macht krank, Armut grenzt aus, Armut stigmatisiert, Armut beschämt, Armut bedeutet Statusverlust. Lt. Österreichischer Armutserhebung (EU-SILC) sind ~ 14 % der Bevölkerung oder > 1,2 Million Menschen in Privathaushalten von Armutsgefährdung betroffen, d. h. sie verfügen über ein Gesamthaushaltseinkommen, das unter der offiziellen Armutsgrenze liegt. Für einen Ein-Personen-Haushalt liegt dieser Wert bei € 1.104,- / Monat, bezogen auf das Jahr 2013 / Erhebungsjahr 2014. Mehrpersonenhaushalte werden bei der Festlegung der Armutgsgrenze gewichtet (Erwachsene: 0,5, Kinder: 0,3).

Die Hälfte der Armutsgefährdeten, ca. 5 % oder ~ 400.000 Menschen werden als manifest arm bezeichnet, d. h. zur Einkommensarmut kommen noch weitere Belastungen in zentralen Lebensbereichenen hinzu (Ernähurung, Bekleidung, Wohnsituation, Gesundheitszustand, Kommunikation etc.).

Legt man diese Ergebnisse auf das Bundesland Salzburg um, so würde das bedeuten, dass hierzulande mehr als 60.000 Personen in Armutsgefährdung und ca. 30.000 Personen in manifester Armut leben.

Die Bundesländerauswertung, die aufgrund der geringen Stichprobe allerdings nur begrenzt aussagekräftige Ergebnisse zulässt, weist für Salzburg eine Armutsgefährung von 10,3 % (~ 55.000 Personen) aus.

Wesentliche Gründe für Armutslagen im Bundesland Salzburg sind unterdurchschnittliche Erwerbseinkommen verbunden mit überdurchschnittlichen Lebenshaltungskosten. Darüber hinaus ist das Soziale Sicherungssystem von Lücken gekennzeichnet, zum Einen im Sinne unzureichender gesetzlicher Vorkehrungen gegen strukturelle Armutsentwicklungen (Mindestsicherung), zum Anderen bestehen Mängel in der Ausgestaltung der Sozialen Infrastruktur in qualitativer als auch quantitativer Hinsicht.  Die Regionale Armutspolitik ist geprägt von einem Patchwork an Einzelmaßnahmen, eine aufeinander abgestimmte, Ressort übergreifende und umfassende Strategie zur Armutsbekämpfung ist nur unzureichend vorhanden.

Hier geht es zur Datenbank „Armut“ der Österreichischen Armutskonferenz: