- Armut ist ein Mangel an Verwirklichungschancen, Armut verringert bzw. behindert gesellschaftliche Teilhabe.
- Armut bedeutet die strukturelle Ausgrenzung aus zentralen gesellschaftlichen Bereichen wie Arbeitsmarkt, Bildung, Gesundheit, Wohnen, soziale Beziehungen, Kultur etc.
- Armut macht krank, Armut grenzt aus, Armut stigmatisiert, Armut beschämt, Armut bedeutet Statusverlust.Lt. Österreichischer Armutserhebung (EU-SILC) sind ~ 12 % der Bevölkerung oder > 1 Million Menschen in Privathaushalten von Armutsgefährdung betroffen, d. h. sie müssen mit einem Einkommen auskommen, das unter der offiziellen Armutsgrenze liegt (für eine Einzelperson liegt dieser Wert bei € 951,- / Monat, bezogen auf das Jahr 2007).
Die Hälfte der Armutsgefährdeten, ca. 6 % oder ~ 500.000 Menschen werden als manifest arm bezeichnet, d. h. zur Einkommensarmut kommt noch eine weitere Belastung in einem wichtigen Lebensbereich hinzu (Ernähurung, Bekleidung, Wohnsituation, Gesundheitszustand, Kommunikation etc.).
Legt man diese Daten auf das Bundesland Salzburg um, so würde das bedeuten, dass hierzulande mehr als 60.000 Personen in Armutsgefährdung und ca. 30.000 Personen in manifester Armut.
Wesentliche Gründe für Armutslagen im Bundesland Salzburg sind unterdurchschnittliche Erwerbseinkommen verbunden mit überdurchschnittlichen Lebenshaltungskosten. Darüber hinaus ist das Soziale Sicherungssystem von Lücken gekenntzeichnet, zum Einen im Sinne unzureichender gesetzlicher Vorkehrungen gegen strukturelle Armutsentwicklungen (Sozialhilfe), zum Anderen bestehen Mängel in der Ausgestaltung der Sozialen Infrastruktur in qualitativer als auch quantitativer Hinsicht. Die Regionale Armutspolitik ist geprägt von einem Patchwork an Einzelmaßnahmen, eine aufeinander abgestimmte und umfassende Strategie zur Armutsbekämpfung ist nicht vorhanden.
