Geld.Macht.Glücklich

1. Dezember 2009 Salzburger Armutskonferenz Gepostet in Allgemein, International Keine Kommentare »

Das Programm zur 8. Österreichischen Armutskonferenz: „Geld.Macht.Glücklich“ in St. Virgil Salzburg von 22. – 23. Februar 2010 ist fertig:

Das Programm zum Download (PDF) >>
Anmeldung auf www.armut.at >>

AddThis Social Bookmark Button

Weniger Armut, weniger Wohlergehen

2. September 2009 Salzburger Armutskonferenz Gepostet in Forschung, International, Kinderarmut Keine Kommentare »

Ein aktueller  Bericht der OECD („Doing better for children„) zeigt, dass zwar die Armutsquote von Kindern und Jugendlichen in Österreich im internationalen Vergleich unterdurchschnittlich hoch ist, dafür das Wohlergehen („Well-Being“) geringer ausgeprägt ist, wie auch in der Österreich-Analyse zu lesen ist:

Österreich gibt deutlich mehr Geld für Kinder und Jugendliche aus als die meisten anderen OECD‐Länder und trägt damit zu einer vergleichsweise guten finanziellen Ausstattung von Familien und Kindern bei. Es gelingt Österreich aber schlechter als anderen OECD‐Ländern, Chancengleichheit für Kinder herzustellen. Auch in anderen Bereichen sind die Lebensbedingungen für Kinder unbefriedigend (…) Trotz der großzügig bemessenen Mittel und des materiellen Wohlstands, schneidet Österreich bei der Herstellung von Chancengleichheit in Form eines gleichwertigen Bildungserfolgs deutlich schlechter ab als die meisten anderen OECD‐Länder.

AddThis Social Bookmark Button

Das regionale Bild der Armut

19. Mai 2009 Salzburger Armutskonferenz Gepostet in Forschung, International 9 Kommentare »

Der Paritätische Wohlfahrtsverband für Deutschland legte am 18. 05. einen sog. Armutsatlas vor, um die teilweise erheblichen regionalen Unterschiede in der Armutsbetroffenheit sichtbar zu machen (armutsatlas >>). Aus dem Vorwort:

„Bundes- und Landesdurchschnitte nivellieren, verwischen, verdecken: Insbesondere verdecken sie problematische Strukturen oder Entwicklungen. Der Durchschnitt ist der Freund der Politik. Regionalisierung und Kartendarstellung lösen die Durchschnittsbildung auf. Das ist angemessener: Der Mensch lebt nicht im Durchschnitt, er lebt in der Region. Zahlenkolonnen zur Armut in der Region bekommen buchstäblich eine Färbung. Das kann dann mehr Farbe in einer Karte sein, als es so mancher gern hätte.“

Die österreichische Armutsberichterstattung beschränkt sich leider darauf, regionale Auswertungen des nationalen statistischen Datenpools zu präsentieren, die allerdings aufgrund der geringen Stichproben der meisten Bundesländer eine nur sehr geringe Aussagekraft haben.

Was im Bereich Pflege, Gesundheit oder Kinderbetreuung außer Frage steht, nämlich eine Maßnahmengestaltung aufgrund von empirischen Datengrundlagen, hat im Zusammenhang mit Armut und sozialer Ausgrenzung kaum politische Relevanz, einzig die Länder Tirol und Steiermark haben bislang in eine regionale Armutsberichterstattung investiert. Österreich weite Initiativen, umfassend regionale Armutsdaten zu erheben (z. B. über den Mikrozensus), sind bislang im Sande verlaufen, obwohl ein Blick auf die sozio-ökonomischen oder arbeitsmarktpolitischen Unterschiede zwischen den Bundesländern (aber auch innerhalb der Länder, siehe Salzburg!) ausreichend Argumentation für einen österreichischen „Armtsatlas“ bieten würde.

AddThis Social Bookmark Button

Menschenrechte in der Stadt Salzburg!?

12. Dezember 2008 Salzburger Armutskonferenz Gepostet in Cartoons, International, Stadt Salzburg Keine Kommentare »

Am 10.12.2008, also 60 Jahre nach der Unterzeichnung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte unterzeichnete der Bgm. der Stadt Salzburg, Dr. Heinz Schaden, die Europäische Charta für den Schutz der Menschenrechte in der Stadt. SPÖ, ÖVP und Bürgerliste haben im Gemeinderat dazu den „Auftrag“ erteilt, initiiert wurde der Prozess durch die Plattform Menschenrechte.

Mehr als 200 Städte, vorwiegend aus Europa, haben dieses Dokumente bereits unterzeichnet, mit der Zielsetzung, die oftmals sehr allgemein formulierten Menschenrechte auf kommunaler Ebene zu konkretisieren und weitestgehend umzusetzen, darunter auch zahlreiche soziale Grundrechte.

Was dieses Dokument bringt? Eine Meinung dazu im Statement d. Sbg. Armutskonferenz im Rahmen der Unterzeichnungs-Feierlichkeiten.

Karikatur Klaus Stuttmann >>

AddThis Social Bookmark Button

Steigende Ungleichheit trotz Wachstum!

22. Oktober 2008 Salzburger Armutskonferenz Gepostet in Forschung, International Keine Kommentare »

Die gleichnamige Studie der OECD (mit ?) (>> www.oecd.org), die am 21. Oktober präsentiert wurde und einen – weiteren – empirischen Beweis dafür bringt, dass in fast allen westlichen Staaten Armut und Ungleichheit in den letzten 20 Jahren angestiegen sind, bringt zumindest aus österreichischer Sicht keine neuen Erkenntnisse, fasst die Situation allerdings recht gut zusammen:

  • Die Schere zwischen Arm und Reicht öffnet sich weiterhin (siehe Grafik unten). Der Verweis darauf, dass dies nicht so „dramatisch“ wie vereinzelt „medial dargestellt“ vor sich geht, klingt mit Verweis auf die verwendeten Daten nachvollziebar, ist aber genau aus diesem Grund auch nur die Halbe Wahrheit. Die Öffnung der Einkommensschere zeigt natürlich nicht die wachsende Kluft bei der Vermögensbildung, bei den Bildungs- und Arbeitsmarktchancen, bei der soziale und kulturellen Teilhabe, beim „kulturellen“ Kapital.

  • Dass Österreich im internatinalen Vergleich bei der Armutsbetroffenheit unter den am wenigsten betroffenen Ländern bzw. im unteren Drittel rangiert, war auch bisher bereits bekannt, ändert an den absoluten Zahlen jedoch nichts, dass nämlich mehr als 1 Million Menschen in Österreich von Armut gefährdet ist, die Hälfte davon, also ca. ~ 500.000 lebt in manifester Armut. Darüber hinaus sei darauf verweisen, dass internationale Vergleiche sinnvoll, aber auch mit Risiken behaftet sind (enorme Unterschiede bei den Armutsgrenzen, unterschiedlicher Anteil an sozialen, also nicht-monetären Leistungen, die das Bild verfälschen etc.).
  • Auch dass allein Erziehende Elternteile einem erhöhten Armutsrisiko unterliegen, ist alles andere als neu, wird lediglich wiederholt festgestellt. Die ableitbaren Forderungen wie eine dringend notwendige Reform des Unterhaltsrechts erscheint aber weiterhin nicht auf der politischen Agenda zu stehen.
  • Auch der Umstand, dass Trennung und Scheidung in Österreich mit einem erhöhten Armutsrisiko einhergehen, ist altbekannt und hat vor allem auch mit der generellen Ausgestaltung des Sozialstaates zu tun, der im internationalen Vergleich Existenzsicherung stark an die Familie bindet, im Gegensatz zu z. B. Schweden, wo indivdiduelle Existenzsicherung – und damit vor allem der Frauen – groß geschrieben wird.
  • Dass Österreich einen hohen Anteil der Sozialausgaben monetär leistet und dafür bei den sozialen Dienstleistungen, die allerdings ärmeren Bevölkerungsschichten besonders zu Gute kommen, einen geringeren Aufwand verzeichnet, ist ebenso bekannt wie auf den Forderungsprogrammen der Armutskonferenz zu finden.

Also: Das Fragezeichen hinter dem Titel: „Steigende Ungleichheit trotz Wachstum?“ kann getrost gestrichen und durch ein Rufzeichen ersetzt werden!

AddThis Social Bookmark Button

Arme sollen Strom sparen! Wer sonst?

11. Juli 2008 Salzburger Armutskonferenz Gepostet in International 1 Kommentar »

Die APA (Austria Presse Agentur) berichtet am 09. Juli folgendes:

„Einkommensschwache Haushalte sollten nach Ansicht des deutschen Umweltverbandes BUND angesichts der hohen Strompreise zum Energiesparen angehalten und so finanziell entlastet werden. Nicht ihr Stromverbrauch sollte subventioniert werden, sondern Energieberatungsprojekte, erläuterte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger am Dienstag in Berlin. Arbeitslose sollten zu Energieberatern für solche Haushalte ausgebildet werden.

Sogenannte Sozialtarife oder die Wiedereinführung der Pendlerpauschale vom ersten Kilometer an lehnt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hingegen ab. Weiger: „Es gibt nur eine angemessene Antwort auf die steigenden Energiekosten: Der Energieverbrauch muss runter. Gerade einkommensschwache Haushalte, die am meisten unter den hohen Kosten leiden, müssen in die Lage versetzt werden, durch einen effizienteren Energieverbrauch Energie zu sparen. Anstatt einen Teil der Stromrechnung zu bezahlen, muss die Bundesregierung das Energiesparen entschlossen fördern.“

Bundesweit vorbildlich für eine erfolgreiche Effizienzberatung sei das Projekt „Cariteam Energiesparservice“ der Caritas Frankfurt am Main, teilte der BUND mit. Kern des Projektes sei die Qualifizierung Arbeitsloser zu Serviceberatern für Energie- und Wasserspartechnik. Diese führten in Haushalten mit geringem Einkommen kostenlos Energieberatungen durch und informierten über Einsparmöglichkeiten. Außerdem werde den Haushalten ein „Starterpaket“ mit einfachen technischen Geräten zur Effizienzsteigerung im Wert von etwa 50 Euro übergeben, dazu gehörten Energiesparlampen und Wassersparduschköpfe.“

Grundsätzlich spricht ja nichts dagegen, Haushalten mit geringem Einkommen (Strom) sparen zu helfen, gehört das doch auch zu den Standardangeboten von sozialen Beratungseinrichtungen.  Auch eine Hilfe beim Umrüsten auf Energie sparende technische Ausstattung erscheint sinnvoll. Allerdings erscheint es auch zynisch, gerade den Ärmsten das Stromsparen auzwingen zu wollen. Weitergedacht könnte das heissen: Hohe Wohnkosten? Also bitte, sucht Euch doch eine billigere Wohnung! Wenig Einkommen? Kein Problem, es gibt ja auch Jobs mit besserer Bezahlung (vielleicht sogar als Engergieberater?)! Kindergarten zu teuer? Probiert es doch mit der Oma, die macht das sicher billiger!

Eine Daseinsvorsorge und umfassende soziale Grundrechte schauen wohl anders aus! Das Integrieren einer „Energie-Grundversorgung“ in eine Mindest- oder Grundsicherung – gepaart mit Investitionen in Energiesparmaßnahmen – wären wohl der richtige Weg!

AddThis Social Bookmark Button