Der Thilo Sarrazin von Salzburg

9. Juli 2012 Salzburger Armutskonferenz Gepostet in Umgang mit Armut, Ungleichheit Keine Kommentare »

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Salzburg braucht ArMUT!
Unsere monatliche Kolumne in der Sbg. Straßenzeitung Apropos

08/2012: Der Thilo Sarrazin von Salzburg

Endlich ist es da, das neue Buch von Michael Hörl, Wirtschaftspublizist aus Salzburg! „Die Gemeinwohl-Falle“ hat er es genannt, eine, wie er selbst schreibt, „lang ersehnte Antwort auf Christian Felber, Jean Ziegler und die Zahlenspiele der Arbeiterkammer.“ Endlich ist da jemand, der aufräumt mit den Aussagen dieser Weltuntergangspropheten, die ständig von steigender Armut und Ungleichheit daherschwafeln und gleich die ganze Welt verstaatlichen wollen. Einer, der unmissverständlich die unbequeme Wahrheit über den ausufernden Sozialstaat ausspricht. Und diese auch mit einem anschaulichen Rechenbeispiel belegt (S. 115). „Frau Jelineks Rente“ nennt er das dann sinngemäß. Eine Name, der wohl ganz zufällig ausgewählt wurde. Oder doch nicht?

Also die Frau Jelinek. Die zieht in der Welt umher, lebt von Schwarzarbeit, hat ihr Leben genossen und lässt sich jetzt vom Sozialstaat aushalten. Sie kommt nämlich „mit Ende 50“ zurück und bezieht eine Ausgleichszulage in der Höhe von € 814,82. Aber nicht genug damit, nein, sie erreicht sogar eine, wie Hörl vorrechnet, „Netto-Kaufkraft“ von sage und schreibe € 1.565,39,-. Und zwar dann, wenn man all das berücksichtigt, was ihr zusätzlich „aus dem Füllhorn österreichischer Steuergelder zusteht“. Dass Frau J. mit einer so hohen „Kauf“-Kraft auch Steuern zahlt, also ebenfalls zur Finanzierung des Sozialstaates beiträgt, scheint den Autor nicht weiter zu stören, es geht ja ums Prinzip. Denn was da alles über die Jelineks so ausgeschüttet wird, ist nicht zu glauben.

Erstens bezieht sie die Ausgleichszulage gleich einmal brutto statt netto. Dass sich ein Wirtschaftspublizist da vertan hat, kann ja nicht sein. Dann ist ihre Wiener Gemeindewohnung billiger als eine am freien Markt, ergibt gleich ein Plus von € 150,-. Wie das die Kaufkraft erhöht, bleibt offen. Weiters besitzt sie den Kulturpass – ein Plus € 40,-. Und wir Dummen müssen uns das Kino selbst bezahlen. Die Tatsache, dass sie einmal im Monat zum Arzt geht, erhöht ihre Kaufkraft um weitere € 100,-. Dass Ärmere öfter krank sind? Powidl! Und die größte Sauerei: Sie hat eine Hundesteuerermäßigung in der Höhe von € 36,-. Mit einigen weiteren „Zuckerln“ aus dem Füllhorn kommt sie, wie gesagt, auf sagenhafte € 1.565,39,-. Und in die Hundstrümmerl ihres Zwergpinschers steigen wir auch noch rein.

Sarrazin und andere haben es vorgemacht: Arme reich zu rechnen, während sich die Reichen arm rechnen. So werden Ressentiments gegen die Ärmsten geschürt, wird geflissentlich die soziale Disqualifizierung tausender übersehen, wird die steigende Ungleichheit wegdiskutiert und gerechtfertigt. In der Gemeinwohl-Falle, die Hörl hier kritisiert, steckt er wohl selbst am tiefsten drinnen. Aber Thilo Sarrazin freut sich sicherlich über ein signiertes Exemplar.

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Dokumentation „The spirit level“

21. Mai 2012 Salzburger Armutskonferenz Gepostet in Forschung, Ungleichheit Keine Kommentare »

Vorchau auf die Dokumentation und die Mögichkeit, diese auch zu erwerben!

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Vermögen nach der Krise

21. Dezember 2011 Salzburger Armutskonferenz Gepostet in Forschung, Ungleichheit Keine Kommentare »

Nun zum Download: Der vielbeachtete Eröffnungsvortrag von Martin Schürz auf der 5. Regionalen Salzburger Armutskonferenz mit dem Titel „Vermögen nach der Krise“.

Download Text Vortrag Vermögen nach der Krise (PDF)
ORF-Salzburg-Beitrag: Reichensteuer ist „Pimperlsteuer“ (mp3)

Fotos von der Konferenz unter: flickr

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Einladung: Gleichheit ist Glück

3. August 2011 Salzburger Armutskonferenz Gepostet in Allgemein, Land Salzburg, Ungleichheit 1 Kommentar »

5. Regionale Salzburger Armutskonferenz am 20. Oktober 2011!
Hier die fertige Einladung! Anmeldung ab sofort!

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