Arm.in Salzburg zu Frauenhaus Hallein

19. November 2009 Salzburger Armutskonferenz Gepostet in Arm.in Salzburg, Frauen, Land Salzburg Keine Kommentare »

Arm.in Salzburg kommentiert aus gegebenem Anlass wieder einmal die Salzburger Politik, dieses Mal aus Gründen der angedrohten Sperre des Frauenhauses Mirjam in Hallein.

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Offener Brief – Schließung Frauenhaus Hallein

19. November 2009 Salzburger Armutskonferenz Gepostet in Frauen, Land Salzburg Keine Kommentare »

Offener Brief des Salzburger Frauenarmutsnetzwerkes an die Landeshauptfrau zur Schließung des Frauenhauses Hallein

Sehr geehrte Frau Landeshauptfrau!

Mit Bestürzung erfahren wir just im Vorfeld der „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“ (25.11. bis 10.12.2009) von der geplanten Schließung des Frauenhauses Tennengau, Haus Mirjam. Das Salzburger Netzwerk Frauenarmut spricht sich vehement gegen diese Schließung aus.

Die Existenznotwendigkeit von Frauenhäusern darf nicht allein an schwankenden Auslastungsdaten gemessen werden. Am Beispiel des Hauses Mirjam: Obwohl im Jahr 2008 die Auslastung vergleichsweise schwächer war, ist schon im darauf folgenden Jahr 2009 der Anteil an Hilfe suchenden Frauen um 40 Prozent angestiegen, nicht zuletzt aufgrund der Wirtschaftkrise, von der der Tennengau in überdurchschnittlichem Ausmaß betroffen ist. Mit einer Schließung des Haus Mirjam wird die Möglichkeit in Kauf genommen, dass von Gewalt betroffene Tennengauerinnen nicht im Frauenhaus Salzburg ankommen und in den häuslichen Gewaltverhältnissen verharren. Zudem werden sorgfältig aufgebaute lokale Unterstützungsnetzwerke auseinander gerissen und letztlich vernichtet. Gerade am Land sind die Hemmschwellen, sich an ein Frauenhaus zu wenden groß. Hier ist es unentbehrlich, dass eine Notstelle vor Ort zu jeder Tages- und Nachtzeit erreichbar ist.

Ein Frauenhaus in der Stadt Salzburg ist für Tennengauerinnen in akuten Notsituationen keine gute Alternative, bedeutet vielmehr eine weitere Hürde und bringt angesichts der Mobilitätsprobleme weitere Belastungen für die Opfer. Was machen darüber hinaus Halleinerinnen, deren Arbeitsstelle bzw. die Schule oder der Betreuungsplatz für die Kinder in der Region liegen, sie aber im entfernten Frauenhaus Salzburg untergebracht sind? Welche Lösungen gäbe es für die Versorgung der Frauen mit kommunalem Wohnraum?

Das Aus für das Frauenhaus Hallein ist die erste Schließung einer solchen Einrichtung in der 31jährigen Geschichte der österreichischen Frauenhäuser – und konterkariert deren Jubiläum, das im Vorjahr feierlich begangen wurde. Von Gewalt bedrohte Frauen zum Opfer des Spardrucks zu machen halten wir entschieden für den falschen Weg. Wir fordern, dass diese Entscheidung im Sinne der Tennengauer Gewaltopfer rückgängig gemacht wird und das Haus Mirjam bestehen bleibt.

Die Mitgliedsorganisationen des Salzburger Netzwerks Frauenarmut
Das Salzburger Netzwerk Frauenarmut besteht aus rund 20 Einrichtungen, die in ihrer Arbeit mit Frauenarmut konfrontiert sind, darunter die Schuldenberatung Salzburg, Frauentreffpunkt, Frauenhäuser, Frauenreferate, Mädchenbüro make it, Selbsthilfegruppe Überlebt u.v.m.

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